Apothekenstraße 3, Lüneburg · Mi–Sa 12–18 Uhr
Die Galerie mit dem roten Sofa

Walter & Petra Pfefferle

Wir sind als zwei Quereinsteiger in die Kunstwelt und genau das macht uns aus. Petra kommt aus der Naturwissenschaft und bringt ihre Faszination für Farben und organische Strukturen in ihre Fluid-Art-Malerei ein. Walter, promovierter Biologe und langjähriger Geschäftsentwickler, fotografiert in analoger Technik und macht die emotionale Befindlichkeit von Menschen sichtbar.

Unsere Galerie in der Lüneburger Innenstadt ist mehr als ein Ausstellungsraum. Sie ist ein Ort der Begegnung, des Gesprächs und der Inspiration. Wir glauben, dass Kunst jeden Menschen berühren kann, unabhängig von Vorwissen oder Budget.‍
Kommen Sie vorbei – ein Besuch ist immer unverbindlich und jederzeit herzlich willkommen.

2 Künstler
2 Künstlerinnen

Über Petra Ina Pfefferle

"Von der Chemie über die Biologie zur Medizin - Trotz meiner immer währenden Liebe zu  künstlerisch-handwerklichen Tätigkeiten entschied ich  mich, Naturwissenschaftlerin zu werden.  Initiale Triebfeder war meine Begeisterung für die Farben, seien sie nun chemisch oder organisch erzeugt – später war es  die Neugierde, zu verstehen, wie die Natur arbeitet und so herrliche Farbenspiele erzeugt. So eröffnete sich für mich erst in der Chemie, dann in der Biologie eine ganz neue  Welt. Die Forschung am Lebendigen fasziniert bis heute und löst immer wieder Neugierde aus. Später, als Wissenschaftlerin in der medinizischen Forschung, kam die Überzeugung dazu, dass uns ein wissensbasiertes Verständnis der Physiologie des Menschen zur Gesunderhaltung  und Heilung von Menschen führt. Heute weiß ich, dass das Ausschöpfen der eigenen Potenziale, die Neugierde  und die Freude am selbst geschaffenen Werk nie aufhören sollte und gesund und aktiv erhält. Denn "Ohne Gesundheit ist alles nichts! (Aaron Antonovsky).

Bei jedem meiner Bilder sitze ich vor einer leeren Leinwand und einer Fülle von Farben. Als Wissenschaftlerin könnte ich ausrechnen, wie viele Möglichkeiten sich nun bieten würden, ein neues Kunstwerk entstehen zu lassen. Es wären beinahe unendlich viele.

Meine Geschichte
Schon als kleines Kind haben mich leuchtende Farben fasziniert. Ich habe alles gesammelt, was bunt war: die farbintensiven Transparentpapiere, in die die ovalen Fischkonserven eingepackt waren, bunte abgeschliffene Glasscherben, Bonbon- und Geschenkpapier und vieles Buntes mehr. Meinen Schatz habe ich in einer kleinen Kiste unter dem Bett gehütet und meine Funde immer wieder heimlich bewundert. Die Welt in den sechziger Jahren war nicht so bunt wie die heutige, Farben waren Luxus und vieles war grau in grau. In meiner Schatzkiste hingegen konnte ich in einer bunten Welt schwelgen. Die Freude am Regenbogen der Farben begleitet mich bis heute.
Meine Motivation
Als Künstlerin gestalte ich nicht gegenständlich, sondern schöpfe aus meinen Gedanken, Emotionen und Phantasie etwas Neues, ungesehenes. Was ich in den Bildern erkenne, arbeite ich kunstvoll aus, damit es auch andere für sich entdecken. Deshalb entwickle ich meine Acryl-Fließtechnik methodisch weiter, um immer Neues zu erschaffen.
Meine Technik
Von der Aquarelltechnik kommend, eröffnete mir die Acrylgießtechnik ganz neue Möglichkeiten der Form-und Farbgestaltung. So lassen sich Farben, je nach Transparenz, dem jeweiligen Pigmentkomponente, federleicht lasieren, kontrastreich nebeneinandersetzen oder in fließende Farbverläufe übersetzen. Es entstehen organische Strukturen und Formen- und Farbenspiele – nicht durch Pinselstriche, sondern durch eine Gusstechnik, Formen- und Farbenspiele, die durch Spatel und andere Werkzeuge künstlerisch gestaltet werden.

Wellenreiter - Den Gießprozess aber künstlerisch zu gestalten, sozusagen auf der „Pouringwelle zu surfen“, macht das Acrylgießen für mich erst zu einem schöpferischen Prozess. Um den Fluss der Farbe zu bestimmen und daraus resultierende Formen zu kreieren, setzte ich meine physikochemischen Kenntnisse und mein handwerkliches Geschick gewürzt mit schöpferischem Esprit ein. So kommt es im Laufe der Bildentstehung zu einem Zwiegespräch zwischen der auf der Leinwand fließenden Farbe und meiner künstlerischen Hand. Das Erkennen von Formen macht diesen schöpferischen Prozess aus.
Ein Tag im Atelier
Motive
Jeden Tag begegnen mir inspirierende Motive, die sich als Bilder in meinem Kopf festsetzen. Manche bleiben und wandeln sich vor meinem inneren Auge in „mein Bild“. Ab dann lässt mich der Schöpfungsprozess nicht mehr los, denn das Bild möchte auf die Leinwand.
Materialien
Welche Farben und Materialien werde ich einsetzen, mit welcher Technik werde ich das Bild gestalten? Welche neuen künstlerischen Effekte möchte ich erreichen? Auf kleinen Kacheln oder Leinwänden experimentiere ich mit den Materialien, bis ich die geeignete Technik gefunden habe, die mein Bild im Kopf auf die Leinwand bringt.
Mischung
Ähnlich wie ein Koch, der die Zutatenliste für seine Gerichte zusammenstellt und die Zutaten gewissenhaft vorbereitet, stelle ich die Farben abgestimmt zusammen. In einem zweiten Schritt verwandele ich die pastöse Farbe in fließende Farbemulsionen, so dass sie sich auf der Leinwand fließend an den Grenzflächen berühren, sich über decken und ineinander verschlingen.
Gießen
Während des Gießens gebe ich den Farben mit Spatel, Murmeln oder Kämmen eine dynamische Struktur. So entstehen lebendige Formen, in denen das Auge des Betrachters vertraute Motive entdeckt. Eine abschließende Firnis sorgt dafür, dass das Werk für immer seine Leuchtkraft behält.
Ein Mann und eine Frau im Atellier

Über Walter Pfefferle

Im Schwabenland geboren und aufgewachsen, Biologie studiert und lange Jahre in der Geschäftsentwicklung zugebracht.
Fasziniert von Menschen und dem Gedanken, mit Photographien die emotionale Befindlichkeit von Menschen sichtbar zu machen.

Meine Geschichte
Am Neckar geboren(1959) und in einem stark Werte-orientierten Elternhaus aufgewachsen. Meine Jugend wurde geprägt vom elterlichen Schreinerei-Betrieb, eingebettet in die typisch schwäbisch-landwirtschaftliche Umgebung, die vom  Hühnerstall über die Sauerkraut-Stanne (=Fass) bis hin zum Weinkeltern nahezu alles geboten hat.
Fasziniert von allem Belebten habe ich Biologie studiert, schließlich im Bereich Biotechnologie promoviert. Diese Faszination hat mich bis heute nicht losgelassen, zumal in der Biologie auch heute noch fundamental neue Erkenntnisse auf uns warten.
Was treibt mich an?
Ich habe eine unbändige Lust zu schaffen. Es reizt mich hierbei, neue Sichtweisen auszuprobieren, Dinge sichtbar zu machen, die sonst im Verborgenen bleiben. Ich möchte Betrachtende dazu anregen, Ihre Wahrnehmung zu hinterfragen, um Lust auf Neues zu bekommen: neue Sichtweisen als Startpunkt für Veränderungen.
Meine Vision
Ich bin fasziniert davon, dass wir Menschen die Fähigkeit haben, uns miteinander zu vernetzen, Bilder im Kopf entstehen zu lassen, die auf beiden Seiten Neues auslösen, Trauriges, Schönes. Jeder Mensch ist eine Erlebniswelt für sich, so dass Begegnungen zu Entdeckungsreisen werden. Und ich bin zutiefst überzeugt davon, dass man Menschen dieses Erlebte von außen ansehen kann:
dies herauszuarbeiten, sichtbar zu machen und damit zur Wirkung zu bringen, ist mein Thema beim Photographieren
Behind the scenes
Ich fotografiere in analoger Technik, „optomechanisch“: in der Analog-Kamera (Olympus OM4 oder Canon EOS3) wird ein Silbergelatine-Filmbelichtet und dann in absoluter Dunkelheit entwickelt. Mit dem so erhaltenen Bild-Negativ kann es dann auf 2 verschiedene Art und Weisen weitergehen: Klassisch wird dann in der Dunkelkammer unter Rotlicht mit auf die Verhältnisse angepasster Einstellung auf ein Silberhalogenid Baryt-Fotopapier projiziert (das Fotopapier ist für Rotlicht nicht empfindlich), dieses Papier wird dann ebenfalls im Dunkeln/unter Rotlicht nass-chemisch entwickelt (jetzt zum „Positiv“), gewässert, nass aufgeklebt und so plan getrocknet.
Dieses althergebrachte Verfahren (seit 1866) steht für maximale Authentizität: was im Moment der Aufnahme im Blickfeld ist, wird abgebildet, cut/copy/paste gibt es nicht. Jedes Bild wird durch diesen handwerklichen Verarbeitungsprozess zum Unikat, von jedem Negativ werden maximal 25 Abzüge gemacht, die durchnummeriert und handsigniert sind.
Bei der modernen Alternative wird das Negativ eingescannt und am Computer weiterbearbeitet. Egal wie die digitale Weiterbearbeitung dann erfolgt, sie basiert auf einem analogen Anfangschritt, der dem Bild einen bleibenden besonderen Charakter gibt.

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