
Wenn die vertrauten Straßen Lüneburgs plötzlich unter Wasser stünden, das Rathaus an bunten Ballonsdurch die Luft schwebte, Computer Gerichtsurteile fällten, Lüneburg einen Weltraumbahnhof hätte und Roboter gemütlich im Café säßen, Kaffee trinkend und Kuchen essend?
Birgit Horns und Walter Pfefferles Werke entwerfen Zukunftsbilder, die zugleich absurd und erschreckend nah wirken; zwischen Humor und Nachdenklichkeit zeigen sie eine Welt, in der die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, Realität und Fiktion, Vergangenheit und Zukunft zu fließen beginnen - ganz buchstäblich.
Quietscheenten treiben zwischen historischen Fassaden, Flugtaxis parken vor der Zulassungsstelle, eine Salzsau watet in Gummistiefeln durch das neue Element der Stadt, Lüneburg liegt jetzt am Meer und die Welt ist voller Möglichkeiten.
Doch unter der ironischen Leichtigkeit dieser Szenen liegt eine ernsthafte Frage:
Wie wird unsere Stadt, unsere Welt aussehen, wenn der Fortschritt sich weiter beschleunigt, wenn Natur und Technik, Geschichte und Zukunft sich ununterscheidbar verweben?


Die beiden Künstler führen die Betrachter*innen tiefer in diesen Zwischenraum - dorthin, wo Menschen und Maschinen verschmelzen, wo das Wasser als Sinnbild der Veränderung alles umspült - dorthin, wo sich unsere Sicherheiten auflösen undwir völliges Neuland betreten.
Eine Einladung, mit einem Schmunzeln und zugleich mit einem nachdenklichen Blick zu
fragen:
Was wäre, wenn die Zukunft längst begonnen hätte?